Turnhallen im Spannungsfeld veränderter Sport- und Freizeitbedürfnisse

Die veränderten Freizeit- und Bewegungsbedürfnisse innerhalb unserer Gesellschaft erfordern dringend eine grundlegende Erweiterung des normierten und wettkampforientierten Sportstättenbaus mitz multifunktionalen Spiel- und Bewegungsräumen.
Das Wachstumspotenzial von Sportangeboten im Verein, und damit verbunden der RAumbedarf, liegt im "Freizeit- und Gesundheitssport" - speziell für Frauen und Kinder, sowie zunehmend für Ältere. Bereits heute sind die Mitgliedsvereine des DTB mit über drei Mio. Frauen in den Sportarten Gymnastik, Aerobic und Tanz sowie über zwei Mio. Ältere in den Sportarten Turnen und Gymnastik Hauptanbieter i diesem Entwicklungsbereich.
In den neuen Bundesländern besteht ein erheblicher Bedarf vor allem an neuen witterungsabhängigen Sportstätten. Es muss angenommen werden, dass auch der extrem sanierungsbedürftige Zustand der bestehenden Sporthallen und deren Funktionsräume mit dazu beiträgt, dass derzeit nur etwa 10% der Bevölkerung im Vereinssport organisiert sind (alte Bundesländer 30%). Die Bundesregierung stellt daher Sondermittel für Baumaßnahmen desw Breitensports im Rahmen des "Goldenen Plans Ost" zur Verfügung. Für das Jahr 2000 waren dies 15 Mio. DM, die durch Komplementärfinanzierung von Ländern und Kommunen aufgestockt wurden. Darüber hinaus sind auch Sportstätten über das Investitionsfördergesetz 'Aufbau Ost' (IFG)durch ca. 6,6 Mrd. DM mitfinanziert worden.
In den alten Bundesländern steht unter dem Aspekt des veränderten Bedarfs für Freizeit- und Gesundheitssport überwiegend die Modernisierung bzw. Erweiterung bestehender Sportstätten an. Die zur Zeit gültigen Richtlinien und Normen für die Planung und den Bau von Schul- und Vereinssportanlagen stellen überwiegend eine Festschreibung traditioneller, vielfach in Folge des kontinuierlichen Strukturwandels in Sport- und Freizeitberiech veralteter Nutzungsansprüche und Raumanforderungen dar. Obwohl im Laufe der letzten 10 Jahre in Ergänzung zu den bekannten DIN- Sporthallentypen immer häufiger auf den zunehmenden Bedarf an kleineren Bewegungshallen und Mehrzweckräumen hingewiesen wurde in der überarbeiteten Fassung blieb es weitgehend bei ergänzenden, unverbindlichen Randbemeerkungen zum detaillierten Empfehlungskatalog für die klassischen Raumtypen des bisherigen Sporthallenbaus.
Inzwischen haben die langjährigen Bedarfsbeobachtungen des Deutschen Turner-Bundes gezeigt, dass mit einem neuen Raumsystem im Übergangsbereich vom "Gymnastikraum" zur "Einfach- Sporthalle" nach DIN 18032 eine wesentliche Entwicklungslücke im Sportstättenbau geschlossen werden kann.

Hier haben wir für Sie die qualitativen Merkmale der neuen Turnhalle kurz und knapp zusammengefasst :

  • Ausrichtung des zukünftigen Raumangebotes auf die veränderten Sport- und Bewegungsbedürfnisse sowie auf die oft sehr unterschiedlichen Standortbedingungen.
  • Erstellung neuer preiswerter und evtl. stufenweise finanzierbarer Sport- und Funktionsräume für Vereine und Kommunen.
  • Kostengünstiger Betrieb der Anlagen.
  • Berücksichtigung humanökologischer Planungs- und Ausstattungsystem mit hohen Eigenhilfeanteilen der Nutzer.
  • Vorbildliche Nutzung von Energiesystemen und Baumaterialien im Hinblick auf soziale, ökologische und ökonomische Effizienzsteigerung (Agenda 21)

Stand: 23-03-04 Änderungen vorbehalten

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